Bloginfo

In diesem Blog dreht sich alles primär in der einen oder anderen Form um unseren Weg von der Gegenwart in die Zukunft. In zweiter Linie sind die Beiträge hier aktuelle Ergänzungen zu den bereits veröffentlichten Büchern meiner Buchreihe “Eine Zukunft für die Zukunft”, ausgehend vom ersten Buch über Öko-Habitate und die damit zusammenhängenden Themen. Die Beiträge können für sich alleine stehen, weshalb eine Kenntnis der Bücher nicht unbedingt nötig ist. Öko-Habitate bedeuten in diesem Zusammenhang nicht nur ökologisch orientierte Wohnstätten, die für sich allein genommen nicht viel in der Welt bewirken würden, sondern auch ein zukunftsweisendes, offenes und umfassendes Lebenskonzept, das sich kurz- und mittelfristig verwirklichen lässt und langfristig in der Welt durchaus etwas zu bewirken vermag.
Die Themen, die in den Blogbeiträgen behandelt werden, beschäftigen sich darum mit allen Bereichen des Lebens (Gesellschaft, Politik, Beziehungen, Religion, Sexualität, Spiritualität, Wirtschaft…) und haben entweder keinen Platz mehr im Buch gefunden, weil es sonst nie fertig geworden wäre, tauchten erst später auf, sind Antworten auf Fragen, Kommentare zu aktuellen Entwicklungen oder sind im Zusammenhang mit Öko-Habitaten  und den anderen Büchern der Reihe “Eine Zukunft für die Zukunft” (Polyamorie, Politik, Sexualität, Wirtschaft – siehe auch Menü-Leiste) von Interesse.

Viel Spaß beim Lesen.

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Europa, die unvollendete Demokratie

Buchbesprechung

Nachdem die Journalistin im ersten Kapitel auf die Geschichte Europas und die historische Bedeutung der Nation bzw. das Entstehen der Nation und die Bedeutung, die Europa im Bewusstsein der Europäer hat, eingegangen ist, beschäftigt sie sich anschließend mit dem Aufbau des „Europäischen Hauses“. Mit einem „Europarat“, der eigentlich keine Institution der EU ist, einem „Europäischen Rat“, einem „Rat der Europäischen Union“, einem „EU-Parlament“ und einer „EU-Kommission“ ist die Verwirrung über den Organismus EU groß. Und dass dieser keine funktionierende Gewaltenteilung kennt, wie sie in jedem europäischen Land üblich und eigentlich auch vorgeschrieben ist, ist unverzeihlich. Zitat: „Wir haben in Europa ein Parlament, das nur eine halbe Legislative ist, und zwei Exekutiven, die teilweise als Legislative und Judikative fungieren.“ Und die Europäische Union verfügt bis heute über keine wirkliche Verfassung, die in wenigen klären und einfachen Worten und allgemein verständlich Rechte, Pflichten und Ziele definiert und von der europäischen Bevölkerung abgesegnet ist. 

Diese Konstruktionsfehler sind sicher ein Grund, warum das Europäische Haus wackelt, aber es gibt deren noch viel mehr, die sie auflistet und kurz beschreibt. Zudem gibt es Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit, etwa mangelnde Solidarität und Ausnutzung von internen und externen Notlagen. Das größte Problem aber, sozusagen das Basisproblem, ist die mangelnde Demokratie und Transparenz, die der europäischen Bevölkerung, also dem Souverän, auf dessen Bedeutung Ute Scheub unermüdlich hinweist, sauer aufstößt und die dazu führt, dass nationale und trennende Empfindungen immer mehr zunehmen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch viele Missstände, etwa der wirtschaftlichen Ungleichentwicklung vieler Regionen. 

Die Reaktion des europäischen Regierungskonglomerats besteht in einer nicht abreißenden Folge unzureichender Flickmaßnahmen, die nichts mit dem gepflegten Bild gemein haben, das die Idee der Europäischen Union darstellt. Vermutlich könnte Europa auch mit dieser Flickschusterei, dem ungesunden Aufbau und dem Diktat Deutschlands und Frankreichs (meine Worte) gut überleben und vielleicht sogar gedeihen, wenn alle Beteiligten fähig und guten Willens wären, aber die allgegenwärtige Inkompetenz und die Bereitschaft, die Einflüsterungen der Lobby über die Bedürfnisse des Souveräns zu stellen, zeichnen ein düsteres Bild. 

Nach einem relativ vielversprechenden Anfang zeigt sich Europa heute, am Vorabend anstehender Wahlen zum EU-Parlament von vielfältigen Krisen erschüttert. In der Einleitung zu ihrem Buch „Europa, die unvollendete Demokratie“ zeigt die Journalistin Ute Scheub auf, dass diese Krisen nicht nur hausgemacht sind, was das hauptsächliche Thema dieses Buches ist, sondern aufgrund der politischen und geopolitischen Bedeutung eines geeinten Europas und der Signalwirkung des Prozesses des Zusammenwachsens auch massiven Angriffen oder Störmanövern der Großmächte ausgesetzt ist, denen sich manche europäischen Regierungen bereitwillig öffnen, was von der Arbeit, ein gemeinsames europäisches Haus zu errichten, auf vielfältige Weise ablenkt. Die Politiker beschäftigen sich mit ihren Egoismen und kleingeistigem Geplänkel und scheinen kein Interesse mehr daran zu haben, die Idee Europa mit Herz und Leben zu füllen. Und vor allem scheinen sie, warum auch immer, zu vergessen, dass die Grundlage Europas zwingend (zumindest solange es nichts Besseres gibt) eine echte Demokratie sein muss, und zu einer solchen gehört auch die Beteiligung der Bürger, bei denen das europäische Ideal durchaus lebendig ist. Die Missachtung dieser fundamentalen Notwendigkeit macht Europa verletzlich und öffnet anti-europäischen und übersteigert nationalistischen Einflüssen Tür und Tor, denn die Unzufriedenheit der Bürger mit dem Geschacher an der Spitze des undurchsichtigen Konstrukts an politischen Institutionen braucht ein Ventil, und die Verantwortlichen an der Spitze der EU scheinen dies zu ignorieren und/oder auf Symptombekämpfung und Ablenkung zu setzen, was den Druck noch mehr befeuert. 

Dass dies nicht so sein muss und dass die europäische Idee beim Volk noch längst nicht gestorben ist, illustriert die Autorin im nächsten Kapitel mit einer Unmenge an Vorschlägen hoffnungsvoller pro-europäischer Initiativen aus dem deutschen Raum (gesamteuropäisch gibt es noch wesentlich mehr Bemühungen) zu allen möglichen Aspekten Europas. Der rote Faden dabei ist die unverzichtbare und immer drängender notwendige Demokratisierung, die viel stärker basis-orientiert sein sollte, um Einflüsse der Nationen und nationaler und persönlicher Egoismen zurückzudrängen. Ein interessanter und diskussionswürdiger Vorschlag dabei besteht darin, Europa in bevölkerungsmäßig einigermaßen gleich große Regionen aufzuteilen und so den nationalen Einfluss zu minimieren und gleichzeitig mehr Gerechtigkeit zu schaffen. Außerdem sollte eine übersichtliche und verständliche Verfassung ausgearbeitet werden, über die auch das gesamte Volk Europas abstimmt. Und es muss dabei klar geregelt werden, welche Aufgaben Europa hat und welche die Regionen übernehmen. Eine solche, gänzlich neue Umsetzung von Demokratie und der Abbau von Hierarchien hätten Auswirkungen und Strahlkraft in die ganze Welt. Europa ist nicht nur eine Hoffnung für die Europäer, sondern für die ganze Welt.

Doch egal, welche der vielen vorgestellten Ideen für Europa die richtige ist, mit den zerstrittenen und z. T. austrittsgefährdeten Nationen und den vielfältigen Machtinteressen einschließlich außereuropäischer und lobbyistischer Einflussnahmen, wird die Umsetzung einer echten Reform und die Einführung vielfältiger echter demokratischer Elemente ganz gewiss nicht einfach werden. Dennoch geben weder die Journalistin, noch die vielen pro-europäischen Initiativen, deren Existenz viele Politiker und Lobbyisten wohl gerne beenden würden, Europa nicht verloren. Sie argumentiert, dass die meisten Regierungen durchaus Interesse am Fortbestand der EU haben und dass dieses Interesse bei den Bürgern womöglich noch größer ist. Die Separationsgedanken der eher konservativen Regierungen gefährden die europäische Stabilität, und wenn dann noch Massenproteste von frustrierten Bürgern auf europäischer Ebene hinzukommen, könnte sich durchaus etwas bewegen. Aber dazu ist auch unsere Unterstützung notwendig; von alleine kommen die Dinge nicht in Gang.

Und so zeichnet sie zum Schluss ein optimistisches Bild von Europa, wie es in zwanzig Jahren aussehen könnte, wenn wir uns jetzt entschlossen aufmachen, die desolate Lage zu verändern. 

Europa ist ein Traum, Zusammenarbeit, Einssein, Ehrlichkeit, Bewusstheit, Verständnis und Freundschaft sind Träume — es sind die Träume unserer Kindheit, die wir nie Wirklichkeit werden lassen konnten, weil uns der „Ernst des Lebens“ aufgezwungen wurde. Wenn Europa erblühen soll, und das soll es, dann müssen wir unseren Kindern Vorbild sein, sie ermutigen, selbständig zu denken und zu fühlen und ihre und unsere Träume zu verwirklichen, ohne dabei ungesunde Kompromisse einzugehen, die das tägliche Brot der Politik sind, oder vom Ziel abzuirren. Europa kann nur durch Träume ent- und bestehen, durch große und edle Träume und Ziele und durch Hoffnung und Vertrauen.

In seinen “Thoughts and Aphorisms” schreibt Sri Aurobindo: “If thy aim be great and thy means small, still act; for by action alone these can increase to thee.” – “Hast du ein großes Ziel, doch kleine Mittel, so handle trotzdem; denn nur durch Handeln können sie dir erwachsen.” Wenn wir fatalistisch die Hände in den Schoß legen, wird sich nichts ändern. Aber wenn wir etwas tun, ändern wir die Dynamik, wir trainieren unsere Muskeln und schaffen Gelegenheiten. Ich bin der Meinung, dass man immer das größtmögliche Ziel vor Augen haben muss, selbst wenn klar ist, dass man es – vielleicht – nicht erreichen wird. Damit kommt man weiter, als wenn man sich kleine Ziele vorgibt, die man dann womöglich noch weniger erreicht. Die Politiker heute haben nur kleine Ziele, und deswegen bewegen sie auch nichts und flicken immer nur kleine Löcher. Sie brauchen Visionen, und dafür sind in dem Buch von Ute Scheub und Mehr Demokratie e.V., das im oekom verlag erschienen ist, durchaus Anregungen zu finden, wenngleich wirklich große Visionen eher nur schamhaft angedeutet werden.

In dieser Hinsicht nicht gerade zurückhaltend singt Michel Montecrossa in seinem Topical Song “Puls von Europa Lied” von diesen Visionen und von diesem Traum und diesem Ziel, von dieser Hoffnung oder Gewissheit:

Puls von Europa, Puls der Zeit.
Vereintes Europa, friedlich und leicht,
eine gute Welt voller Freiheit und Licht,
stehend für die ganze Menschheit.

Menschlichkeit, Freizügigkeit, Vielfältigkeits-Lachen
ist Europa geeint, entschlossen und weit.
Eine Union des Friedens und des Wohlstands,
eine herzliche Weise zu leben freies Lebensgefühl.

Meine Freunde, lasst uns sein der Puls von Europa!
Der Puls von großem Fortschritts-Erfolg
von Völkern und Kulturen und Ausdruck frei
der Weisheit und Liebe zukunftsbereit.

Weltraumzeit ist da und grüne Natur.
Ausbildung ist da, die uns sehen lässt:
Europa ist Aktionskultur von dir und mir,
die Wiege kann sie sein von Weltgeeintsein.

Puls von Europa, Puls der Zeit.
Vereintes Europa, friedlich und leicht,
eine beseelte Welt voller Freiheit und Licht,
stehend für die ganze Menschheit.

Lyrics & Music: Michel Montecrossa, © Mira Sound Germany

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Die Flüchtlinge und die Entropie

Das Problem, das die gegenwärtigen Flüchtlinge darstellen, ist eines, das weder neu noch unerwartet ist. Wenn man vom gesunden Menschenverstand absieht, hätte jeder Physiker, der sich an sein Grundlagenstudium erinnert und der bereit ist, ein wenig über seinen Tellerrand hinauszusehen, das Auftreten der Flüchtlingsströme und auch anderer Problemfälle prognostizieren können. Und genau genommen können auch die Biologen mit ihrem Grundlagenwissen etwas zum Verständnis und zur Lösung der Problematik beitragen. 

Das Leben auf dieser Welt wird, wenn man mal von religiösen und quasi-religiösen (also z. B. kapitalistischen) Einflüssen absieht, vor allem von zwei widerstrebenden Faktoren bestimmt, der Entropie (Physik) und der Evolution (Biologie). Wenn die Sonne kontinuierlich Energie ausströmt und diese dadurch auch der Erde zuteil werden lässt, dann ist das ein Vorgang, mit dem die Entropie im Universum erhöht wird und der letztlich zum sogenannten Wärmetod des Universums führen soll, der aber auch in kleinerem, regionalen Maßstab die Evolution auf der Erde fördert oder zumindest ermöglicht. Entropie wird gemeinhin als Zunahme von Chaos beschrieben und als Bemühung um gleichmäßige Verteilung von Energie, wobei „Bemühung“ eigentlich nicht ganz das richtige Wort ist, da in diesen Vorgang ja keine Energie investiert wird. 

Für unsere gegenwärtige Situation und auch ganz allgemein bedeutet das, dass zwei unterschiedliche Energiezustände immer dazu tendieren, sich auszugleichen und zu einem Mittelmaß zu finden. Wenn es draußen kälter ist als drinnen, dann strömt Wärmeenergie solange nach außen, bis innen und außen die gleichen Temperaturen herrschen. Und durch die Evolution (in diesem Fall die Evolution des naturwissenschaftlichen Wissens), die der Entropie entgegenwirkt, gelingt es uns, diese unterschiedlichen Energiezustände zu erzeugen und aufrechtzuerhalten. Die Heizsysteme und Isolierungen, die wir erfunden haben, sind so gesehen Ausdruck einer Evolution und sollen diesen entropischen Wärmeverlust ausgleichen und behindern. Evolution bedeutet, höher energetische Zustände, also Zustände höherer Ordnung zu erzeugen. Global betrachtet liefert die Energie dazu die Sonne, die das Entstehen eines evolutionären Lebens überhaupt erst ermöglicht hat, und auf unser gesellschaftliches System bezogen ist der Motor unserer, der übrigen Natur gegenüber beschleunigten Evolution, der menschliche Drang nach Fortschritt, der sich seinerseits auf die Seele und noch ursprünglicher auf die Schöpfung zurückführen lässt. Aber soweit muss diese Betrachtung nicht führen. 

Wenn wir uns einfach mal die soziale Evolution ansehen, dann hat sich der Mensch von kleinen nomadisierenden Familienverbänden zu solch komplexen Staatssystemen wie der Europäischen Union hochgearbeitet, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass diese Entwicklung vor dem Erreichen einer geeinten Menschheit auf magische Weise aufhören wird. Die Frage ist eher, ob wir dieser Entwicklung zu- oder gegenarbeiten. 

Die gegenwärtige Tendenz sieht so aus, dass die Welt und die Menschheit mit einem hohen Energieaufwand in zwei und mehr Teile gespalten wurde, was bedeutet, dass zum einen gegen die gesamtgesellschaftliche Evolution gearbeitet wird, die auf Vereinigung ausgerichtet ist, und zum anderen, dass dieser Zustand gegen die automatischen Bestrebungen der Entropie aufrechterhalten und verteidigt werden muss. Wenn man die Menschheit mal ganz grob in zwei Teile auftrennt, dann lebt der eine Teil in relativem Frieden und Wohlstand, und der andere Teil lebt in Krieg und Armut. Und auch wenn es vielen oder sogar den meisten Menschen des wohlhabenden Teils nicht bewusst ist, basiert dieser Wohlstand nicht nur auf der eigenen Leistung, sondern auch auf der vielfältigen und vielgestaltigen, direkten und indirekten Ausbeutung des anderen Teils der Menschheit. Es wird also mit viel Aufwand ein künstliches Entropiegefälle erzeugt und mit viel Aufwand aufrechterhalten und vertieft. Das kann nur funktionieren, wenn nicht nur stetig Energie zugeführt, sondern auch immer mehr Energie für die Aufrechterhaltung dieses Ungleichgewichts aufgewandt wird. Allerdings wird dabei der Druck auf beiden Seiten der Spaltung immer größer, und dann genügt schon eine kleine Schwachstelle, und die Entropie wird sofort ihrer Natur folgen und versuchen, diese Spaltung auszugleichen. Und da die Reichen und ihr Reichtum nicht zu den Armen und der Frieden nicht in die Kriegsgebiete strömt, kommen die Armen und die vom Krieg Gezeichneten zu uns, zur Quelle ihrer Not; man könnte aber auch sagen, sie folgen dem Geldstrom zu seiner Mündung, also zu uns. 

Das ist für uns vielleicht nicht schön, aber es ist ein vollkommen natürliches und erwartbares Ereignis, das mit dem honduranischen Flüchtlingsstrom mittlerweile auch in einer anderen Region der Welt sichtbar wird. Die interessante und wichtige Frage ist, wie man damit umgeht. Man kann natürlich, wie oft vorgeschlagen und teilweise praktiziert, die Grenzen dicht machen und versuchen, das Problem und das damit verbundene Leid auszusitzen oder versuchen, die Flüchtlingszahlen zu minimieren, indem man sie auf dem Meer ertrinken lässt, vielleicht in der Hoffnung auf eine abschreckende Wirkung. Aber man sollte sehen, dass die Flüchtlingsmassen für rationale Argumente und Erwägungen, die noch dazu keinen Lösungsansatz bieten, überhaupt nicht offen sind. Diese Menschen haben in der Mehrzahl der Fälle irgendeine Art von Leid erfahren und sind einem Leidensdruck ausgesetzt, der sie regelrecht zu einer Veränderung zwingt. Der Damm gegen die Entropie ist gebrochen und die entropische Flut lässt sich allenfalls noch mit einem Genozid aufhalten, gegen den der Holocaust sich wie eine Kinderei ausmachen wird. Die Folge wäre aber keine Entspannung der Lage, sondern eine Problemverlagerung, denn reich kann man immer nur auf Kosten anderer werden. Die Reichen wollen reich bleiben und nichts abgeben, und darum wird fast automatisch eine weitere Spaltung in Reich und Arm provoziert, wie es ja auch so schon begonnen hat, bzw. wird die im reichen Teil selbst bereits existierende Spaltung weiter vertieft. Und diese Entwicklung wird kein Ende nehmen können, denn auf diese Weise kann keine Gesellschaft entstehen, die nur aus Reichen besteht, obwohl eine Gesellschaft reicher Menschen ganz grundsätzlich durchaus möglich wäre, nur eben nicht auf diese Weise. 

Da der Genozid, nicht nur aus logischen (Wegfall einer ausbeutbaren Masse), sondern vor allem aus ethischen und humanistischen und eigentlich auch aus religiösen Gründen absolut inakzeptabel ist (obwohl er eigentlich schon längst begonnen hat), muss eine andere und vor allem bessere und akzeptable Lösung gefunden werden. Das Gesetz der Entropie verlangt einen Ausgleich, egal wie. Wenn wir die notleidenden Menschen also nicht bei uns haben wollen, dann müssen wir dafür sorgen, dass sie keine Not mehr leiden, und dann verschwinden zusammen mit dem Entropiegefälle auch die Wanderbewegungen. Man muss hier bedenken, dass diese Menschen nicht aus einer Laune heraus und leichten Herzens ihre Heimat verlassen, sondern durch einen unerträglichen Leidensdruck. Je mehr Menschen ihr Land verlassen, desto stärker sinkt für die zurückbleibenden der Leidensdruck, denn sie können jetzt besser von den vorhandenen Ressourcen leben. Auf der anderen Seite sinkt bei uns, wenn der Strom der Flüchtlinge stärker wird oder zu lange anhält, der Lebensstandard, was im Moment noch lange nicht der Fall ist. Da ein Teil „unserer“ Ressourcen aber aus den Flüchtlingsländern stammt oder aus Ländern, die hier schon auf der Kippe stehen, werden dann von dort weitere Ressourcen abgezogen, was den Flüchtlingsstrom sozusagen perpetuiert. 

Wie schon gesagt, man kann nicht reich werden, ohne Armut zu erzeugen. Also müssen wir uns Gedanken über unsere gesellschaftlichen Ziele und die Grenzen des Reichtums und des Kapitalismus machen. Wir können, wenn wir dies wollen, ein gutes und ressourcenschonendes und friedliches Leben führen und auch den benachteiligten und ausgebeuteten Ländern langfristig zu einem vergleichbaren Lebensstandard verhelfen, und schon wenn wir uns ernsthaft an diese Aufgabe machen, werden die Flüchtlingsströme anfangen zu versiegen, denn niemand verlässt gerne seine Heimat. 

Man kann die Lage aber auch so sehen, dass unser gesamt-menschlicher Organismus eine Krankheit hat, wie zum Beispiel Hautkrebs. Unsere logische Reaktion wäre, die Ursachen zu bekämpfen, aber statt dessen schminken wir die schwarzen Flecken weg — und sterben an der nicht behandelten Krankheit. Unsere Welt weist viele dieser schwarzen Flecken auf, und wir tun unser Äußerstes, um sie nicht wahrzunehmen; der Psychologe würde hier wahrscheinlich von Verdrängung sprechen.

Also: ernsthafte Entwicklungshilfe, die nicht dazu dient, unsere Banken reicher zu machen und unsere Wirtschaft anzukurbeln; Ächtung des Waffenhandels und besser noch, Einstellung der Waffenproduktion, weltweit; Beendigung aller Kriege, religiösen Konflikte und der manipulativen Teile-und-Herrsche-Praxis; Zähmung des Kapitalismus und/oder Formulierung und Umsetzung eines globalen und gemeinwohlorientierten Wirtschaftsideals; freie Bildung für alle. 

Es ist sicher nicht einfach, der Welt eine neue Ordnung zu geben, aber wo ein Wille ist, da ist ein Weg, und ohne Wille kein Weg. Solange wir uns nicht ERNSTHAFT und global daran machen, im Geiste echter Zusammenarbeit eine gerechte, angemessene und nachhaltige Lösung zu erarbeiten, wird sich die Lage weiter verschärfen, nicht nur zwischen unserer Welt und der Welt der „Anderen“, sondern auch zwischen Arm und Reich bei uns, wo es ja auch schon am Brodeln ist, denn sonst gäbe es die Fremdenfeindlichkeit nicht in diesem Ausmaß. Die Evolution erfordert diese neue Ordnung; wir können uns bewusst und freiwillig an diese Aufgabe machen oder weiterhin der Evolution hinterher hinken oder gegen sie arbeiten und schließlich unter dem Leidensdruck, den die Flüchtlinge früher oder später in der gesamten westlichen Welt auslösen werden, unter noch mehr Schmerzen zur notwendigen Entwicklung finden. Wir sollten uns hier immer den Ausspruch vor Augen halten, der Mahatma Gandhi zugeschrieben wird: Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

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Demokratie statt Jamaika

Die Demokratie liegt im Sterben, und „Jamaika“ ist nur eines der Anzeichen dafür.

Leben bedeutet Veränderung, Wandel, Wachstum. Damit eine Demokratie lebendig ist, muss sie wachsen, sie muss mit den Menschen mitgehen, sie begleiten und ihre gewachsenen Möglichkeiten und ihr Bewusstseinswachstum widerspiegeln. Bei den Jamaika-Verhandlungen und bei anderen schwierigen Regierungsbildungen wird auf Teufel komm raus an überholten Traditionen und Mechanismen festgehalten. Als die modernen Demokratien ihren Anfang genommen haben, war dies genau das: ein Anfang – kein Ende, kein abgeschlossener Prozess, sondern der Beginn einer Entwicklung, die nie Fahrt aufgenommen hat. Die Politiker beschäftigen sich überwiegend mit sich selbst, mit ihren Profilneurosen, mit ihrem Machtwillen, mit Mauscheleien und mit Krisenbewältigungen. Dabei ignorieren sie eine ihrer Hauptaufgaben, die Pflege und Förderung der Demokratie, die zu wachsen aufgehört hat und mittlerweile einem Kind mit Zwergwuchs ähnelt. Und die Bürger sind zu Recht über die Politik empört und als Symptom politikverdrossen.

Bei Jamaika wird versucht, gegensätzliche Ansichten unter einen Hut zu bringen und damit erfolgreich zu regieren. Wenn man mal davon absieht, dass das Parteisystem ganz grundsätzlich in Frage gestellt werden kann und das Wahlsystem gründlich überarbeitet werden müsste, beides um dem Willen des Volkes besser zu entsprechen, muss man doch feststellen, dass der Wille des Volkes, das ja diese Parteien alle gewählt hat, mit den alten Methoden nicht wirklich zum Tragen kommt. Die Bürger wählen nicht, damit sich ihre Vertreter auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen, sondern damit die Dinge auf optimale Weise bewältigt werden.

Dabei liegt die Lösung eigentlich auf der Hand, wenn man bereit ist, den Kleinkrieg hinter sich zu lassen und die Demokratie, von einem höheren Standpunkt aus, neu zu betrachten. Erdogan soll mal gesagt haben, dass seine Partei über 50 % der Stimmen bekommen hat, und er darum bestimmen kann. Das ist keine Demokratie, sondern so etwas wie eine Diktatur der Mehrheit, die vielleicht eine gewisse praktische Berechtigung hat, aber auf Dauer das Ziel deutlich verfehlt.

Alle Parteien wurden gewählt, also sollten auch alle Parteien regieren. Die Zauberworte, um die es in der Demokratie geht, heißen nicht Macht und Gegeneinander, sondern Zusammenarbeit und Lösungsorientierung. „Wenn du mich bei dieser Sache unterstützt, dann bekommst du im Gegenzug meine Unterstützung für deine Sache.“ Solche Absprachen sind keine Demokratie, sondern Machtpolitik, Mauschelei, Verrat, Handel. Eine Regierung wird gewählt, um Lösungen für das Zusammenleben der Menschen Nationen und mittlerweile auch für das Überleben (als Mindestforderung) auf diesem Planeten zu finden. Und dabei müssen alle mithelfen.

Praktisch kann das so aussehen, dass Absprachen und Koalitionen grundsätzlich verboten werden. Alle Parteien bekommen ein Ministerium und die größeren Parteien mehrere. Solange diese Ministerien nicht durch eine Direktwahl vergeben werden, müssen sich die Parteien zusammensetzen und die Verteilung untereinander ausmachen. Dabei und auch bei zukünftigen Abstimmungen und Wählen kann ein Verfahren zum Einsatz kommen, das als Systemische Konsensierung bezeichnet wird und das vielleicht nicht Erdogan, sicher aber Trump verhindert hätte. Dieses Verfahren bedeutet, dass man nicht zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählt, sondern nach gründlicher Diskussion und Information jede der Möglichkeiten einzeln bewertet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ergebnisse erzielt werden, mit denen die meisten Menschen leben können. (Näheres dazu in meinem Buch Politik — Eine Zukunft für die Zukunft  – oder bei den ersten Erfindern und Namensgebern der Methode). Die Regierung setzt sich dann regelmäßig (= häufig) zusammen und stimmt sich in allen wichtigen Fragen ab.

Was auf jeden Fall auch verschwinden muss, ist die unethische, erpresserische und undemokratische Praxis, Gesetze, die nichts miteinander zu tun haben und die nicht voneinander abhängig sind, als verschnürtes Paket zur Abstimmung zu bringen – und Jamaika ist genaugenommen selbst ein solches Paket. Außerdem muss auch der Fraktionszwang bei Abstimmungen, der bei einer Jamaika-Koalition verstärkt zum Einsatz kommen wird und der dem Geist der Demokratie und dem Deutschen Grundgesetz zuwiderläuft, ersatzlos gestrichen werden.

Dann hätten wir den Anfang einer Regierung des Volkes, die vielleicht auch im Sinne des Volkes tätig wird und sich mehr mit Fortschritt statt mit Machtpolitik beschäftigt.

 

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Wirtschaft – Eine Zukunft für die Zukunft

Die stetige Mutation der Wirtschaft zu einem inhumanen  Moloch bringt die Welt einem Zusammenbruch immer näher. Die Plastizität und Resilienz des Wirtschaftsgefüges und des gesellschaftlichen Zusammenhaltes werden durch die Gier und Rücksichtslosigkeit des Kapitalismus und durch die von ihm ausgelösten Kriege und Krisen bis zum äußersten belastet und drohen zu zerbrechen. Die Politik ist macht- und vielleicht auch willenlos, und eine Strategie zu Verbesserung und Reform der gegenwärtigen Umstände ist weit und breit nicht in Sicht. Auch ein Plan für die Zeit nach einer immer wahrscheinlicher werdenden und vielleicht sogar globalen Revolution ist nicht in Sicht. Die Globalisierung, die für manche Fehlentwicklung mitverantwortlich ist, kann und muss auch nicht rückgängig gemacht werden. Wir leben nun mal in einer globalen Welt, aber wir müssen nicht ihre Sklaven sein, sondern können sie nach unseren Bedürfnissen zukunftsfähig formen – wenn wir dies wollen. Was wir benötigen ist ein völlig neues Wirtschaftssystem, das nicht mehr das Geld und den Profit in den Mittelpunkt stellt, sondern den Menschen und den Planeten und unser globales Zusammen- und Überleben. Wir können abwarten, bis ein paar Revolutionen über uns hinweggefegt sind, nun der Hoffnung, dass es irgendwann besser wird, oder wir können anfangen, uns rechtzeitig Gedanken darüber zu machen, wie wir eigentlich leben wollen und wie wir zukunftsfähig und nachhaltig zusammenleben können.

In diesem Buch “Wirtschaft – Eine Zukunft für die Zukunft” wird nach einer Analyse des Zustand der Wirtschaft ein dreiteiliger Weg Weiterlesen

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To Make America Great

To make America great
Means for her to find her soul,
To be what she is deep inside,
To find her inner light
And let it shine,
To find her own true love
And let it guide her every act.

America becomes great
When it starts to unite,
When the people help each other
With love and understanding
And start to heal Nature’s wounds
Which are her own,
When all join in the effort
Towards a golden future.

America is great
When she follows her true vocation,
Which is in spreading peace
And helping the peoples of this globe
To love and wealth and knowledge
And harmony and unity,
Till she is first and one among equals.

7./8. February 2017

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Sexuelle Gehirnwäsche?

Icon Sexualität policonZusammenfassung:
Die gegenwärtige Diskussion um Bildungspläne ist auch geprägt von dem Begriff der sexuellen Gehirnwäsche. Die Vorschläge zu ihrer Vermeidung muten aber eher wie eine Anleitung zu ihrer Durchführung an und stützen sich dabei unter anderem auf den gerne missbrauchten und missverstandenen Begriff des Naturrechts. Wirklichen Schutz bietet nur umfassende Information und die Erziehung zu selbstständigem Denken.

Die menschliche Sexualität ist ein hochemotionales Thema, dessen Spannweite von Tabuisierung und absoluter Verklemmtheit bis zu einer verschämten Offenheit und regelrechter Sexsucht reicht. Mehr als jede andere Epoche ist unsere Zeit von einer Auseinandersetzung mit ihr geprägt, die oftmals eher gezwungen als freimütig und begeistert erscheint.
In der Vergangenheit war die Sexualität über eine sehr lange Zeit ein natürlicher und selbstverständlicher Bestandteil des Lebens, über den man zwar nicht viel sprach, dessen Wahrnehmung aber auch nicht mit Unbehagen verbunden war. Sie existierte einfach und wurde ohne Diskussion akzeptiert, so dass es nur ein recht beschränktes Vokabular gab und erst in der Neuzeit die Notwendigkeit einer begrifflichen Differenzierung auftauchte. Die Auseinandersetzung mit der Sexualität begann vor etwa tausend Jahren, als die Kirche die Sexualität als Mittel der Politik und Gängelei entdeckte, was dann in der Einstellung der viktorianischen Epoche seinen Höhenpunkt fand und die sexuelle Wahrnehmung der ganzen europäischen und kolonialisierten Welt beeinflusste. Erst Sigmund Freud begann dann ernsthaft, sich wissenschaftlich mit der Sexualität auseinanderzusetzen. Und seit dieser Zeit befinden wir uns in einem Kampf Weiterlesen

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Parteien – Der Tod der Demokratie

policonZusammenfassung: Die Parteien führen ein Eigenleben, das an Clanstrukturen erinnert und mehr an Machtfragen als an Sachfragen, dem Willen des Volkes und dem Wohl des Bürgers orientiert ist. Die Politiker sind auf vielerlei Weise, z.B. Parteilinie, unfrei und ähneln Statisten. Das führt zur Frage, ob wir Parteien noch brauchen und wie eine alternative Gesellschaft und politische Kultur aussehen könnte.

Dass Parteien der Tod der Demokratie sind, mag als sehr gewagte Aussage betrachtet werden, vor allem wenn sie vielen Menschen eher als ihre Verkörperung gelten. Und in der Tat haben Parteien durchaus ihre Berechtigung als eines der Elemente im demokratischen Prozess, doch diese Berechtigung schwindet zunehmend, nicht zuletzt durch das aktive Mitwirken der Parteien an diesem Verlust.
Es gibt verschiedene Auffassungen von der Demokratie. Die Grundidee war einmal, dass das Volk alle Entscheidungen trifft. Diesem Ideal kommt die Basisdemokratie am nächsten, bei der dem Volk alle Entscheidungsmöglichkeiten vorgelegt werden und es direkt darüber befindet. Das erwies sich angesichts der Vielzahl an Menschen und den technischen Möglichkeiten als unpraktikabel. Da die Politiker die Meinung des Volkes aber zunehmend ignorieren und sie immer weniger die Vertreter des Volkes darstellen, sondern vielmehr eine eigene Kaste bilden, und da das Internet Weiterlesen

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Islam und Migration existieren – Get over it

policonKurzfassung: Wir sind selbst schuld, wenn es so viele Flüchtlinge gibt und wenn diese zu uns kommen. Aber es bringt nichts, auf sie zu schimpfen oder sie in ein KZ zu stecken. Wir müssen selbst wachsen und uns mit ihnen und unseren Ängsten und Fehlern auseinandersetzen, ihnen bei der Integration helfen und die Notwendigkeit für Flucht und Völkerwanderung beseitigen. Das wäre wahre Menschlichkeit und ein möglicher Ausgangspunkt für eine bessere Welt.

Die gegenwärtige Flüchtlingswanderung beunruhigt viele Menschen und lässt eigentlich auf dem Rückzug befindliche Untugenden wieder zum Vorschein kommen. Auch die zunehmende Freiheit in Sexualität und Beziehung, vor allem in Bezug auf die Rechte von Homo- und Bisexuellen und von Transgendern, sorgt in manchen Bevölkerungsgruppen für wachsende Unruhe. Auch wenn viele das nicht sehen, so bereitet die Welt sich doch auf einen Wandel zu einer besseren, lichtvollen Welt vor. Die gegenwärtigen Unruhen und die globale Bemühung um einen gesellschaftlichen Rechtsruck sind ein Aufbäumen von Kräften, die keine Veränderungen lieben und die vor allem um ihre Macht und ihren Einfluss fürchten. Auf deren aktives Wirken ist das gegenwärtige Chaos im Wesentlichen zurückzuführen.

Darum hilft es nicht, gegen den Islam zu wettern und gegen Flüchtlinge zu schimpfen – das eigentliche Hauptproblem sind diese dunklen Kräfte, die sich vor allem in der Politik, der Religion und der Wirtschaft und Industrie ausdrücken. Da bringt es auch nichts, sich an der Französischen Revolution zu orientieren und alle Missetäter aufzuknüpfen, weil dann schnell eine neue Generation von „Bösen“, von Fehlgeleiteten, deren Platz einnimmt, wie zuletzt die Arabische Revolution gezeigt hat. Wenn man wirklich einen Wandel hin Weiterlesen

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TTIP und die Grenzen der Politik

policon„… die ich rief die Geister, werde ich nicht los!“, beklagt sich Goethes Zauberlehrling in dem gleichnamigen Gedicht. Diese Klage beschränkt sich ganz und gar nicht auf diese Verse, sondern ist global und zeitlos gültig. Und insbesondere kann man sie auch in Bezug auf den Zustand der modernen Regierungsform „Demokratie“ und auf den Kapitalismus äußern, die heute Entscheidungen treffen, die z.T. irreversibel sind (Atommüll, Fracking) oder deren Rücknahme uns sehr viel Geld kosten wird (TTIP & Co.).
Auch ohne genaue Zahlen und repräsentative Umfragen kann man wohl davon ausgehen, dass in der westlichen Welt die Demokratie die bei weitem angesehenste Staats- und Regierungsform ist. Die dauernden Finanzkrisen, die sich immer weiter öffnende Armutsschere, zunehmende Kriegstreiberei, die EU-Krise und vielfältige, am Horizont lungernde Gesetzesvorhaben und Vertragswerke wie TTIP, TISA und CETA lassen aber Zweifel an der Umsetzung dieses hehren Ideals und an diesem Ideal selbst wachsen.
Das Volk, der Souverän, hat Vertreter gewählt, die an seiner statt und in seinem Interesse Entscheidungen treffen und Regeln gestalten sollen, die ihm zugute kommen. Doch was macht man, wenn sie zu tauben und ungehorsamen Geistern mutieren, die ein unabhängiges Eigenleben führen wollen und die man nicht mehr los wird? Und was macht man mit den ungeliebten Geistern zweiten Grades, die von diesen geschaffen wurden und Weiterlesen

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Religion, Staat und Sexualität

Icon SexualitätpoliconIn den USA schlägt der Fall Kim Davis zur Zeit hohe Wellen. Nachdem der Oberste Gerichtshof die Beschränkung der Ehefreiheit auf heterosexuell agierende Menschen gekippt hat und damit gleichgeschlechtliche Ehen landesweit ermöglichte, hat sich Kim Davis unter Berufung auf ihre Religionsfreiheit geweigert, gleichgeschlechtlichen Paaren den – nicht-religiösen – Eheschein auszustellen und dafür sogar von verschiedenen Präsidentschaftskandidaten, die das amerikanische Rechtssystem eigentlich kennen sollten, Unterstützung erfahren. Dieses verpflichtet sie mit gutem Grund, ihre Aufgaben gegenüber dem Staat und seinen Bürgern, von denen sie gewählt wurde, zu erfüllen und ihren Amtseid zu respektieren.
Ihre Aufgabe ist es, einen säkularen, nicht-religiösen Verwaltungsakt zu erledigen, der im Übrigen unter das Jesuswort fällt, dass man dem Kaiser geben soll, was des Kaisers ist. Ihrem Verhalten und der Logik ihrer Argumentation nach, sieht sie sich aber als Priesterin, die mit der Beurkundung einen christlich-sakralen Akt vollzieht. Anders als etwa in Deutschland, können in den USA die Priester, bei Vorlage einer Eheerlaubnis, die säkulare Trauung zusammen mit der kirchlichen Trauung vollziehen. Wer also im Rathaus eine Heiratsurkunde möchte, beabsichtigt ganz offensichtlich keine kirchliche Trauung. Und gleichzeitig ist für die kirchliche Seite eigentlich nur die kirchliche Trauungszeremonie die Weiterlesen

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